Kleines Rotkehlchen

Neue Helden

Ms Marvel_original

marvel.de

Bereits vor zwei Monaten veröffentlichte Marvel einen ganz besonderen Comic, der mittlerweile zwei Ausgaben umfasst. Autorin G. Willow Wilson widmet sich hierin einer ganz Neunen Art und Generation von Superheldinnen. Die neue Ms. Marvel ist nicht blond und vollbusig, weiß und der mit einer kleinen Rolle bedachte Sidekick eines männlichen Superhelden. Kamala Khan ist ein normaler Teenager aus Jersey City. Das junge Mädchen ist Pakistani und Muslima und wir begegnen ihr in der ersten Szene, in der sie an einem Schinken Sandwich schnuppert, welches sie aus religiösen Gründen nicht essen darf. Die Pubertät und das Leben zwischen amerikanischer Popkultur und muslimischer Lebensweise sind Dinge, die sie im Alltag beschäftigen. Ihre Eltern lassen sie nicht auf Partys gehen und die Mitschüler enthalten sich nicht einiger Kommentare ihr gegenüber. So weit ist sie im Grunde eine typische Superheldenfigur, die in ihrem normalen Leben ein wenig fehl am Platz und unsicher ist.
Einen großen Teil ihrer Verbindung zur amerikanischen Kultur bilden Comichefte und die Geschichten von Superhelden. In diesem Zusammenhang entwickelt sie plötzlich besondere Kräfte. Diese kommen nicht von irgendeiner außerirdischen Macht oder von Göttern, sondern entspringen alleine ihrem starken Wunsch wie die amerikanischen Helden zu sein. Sie erhält die Kräfte eines Formwandlers, welche gleichfalls als Metapher für den Konflikt ihres Lebens stehen. Kamala selbst bemerkt: „Being someone else isn’t liberating. It’s exhausting.“ Ihre Kraft ist eine Metapher für ihre Unsicherheit, was ihren Platz in der Gesellschaft und ihre eigenen Wünsche als auch ihre Persönlichkeit angeht. So ist neben dem American Way of Life auch die Religion ein entscheidender Teil ihrer Persönlichkeit als sie zum Beispiel bei der Rettung ihres ersten Menschen aus dem Koran zitiert: „Whoever saves one person, it is as if he has saved all of mankind.“ Dieser Satz macht ihr Mut das Mädchen zu retten.
Kamals Wandelbarkeit ist ihre Stärke. Aus jeder Kultur des beste für sich zu ziehen wird ihre Aufgabe und der Weg ihrer Entwicklung werden. Sie wird erst dadurch zur Superheldin, weil sie sich in zwei Kulturen bewegen kann, ohne ihre eigene Persönlichkeit dabei zu verlieren. Kamala ist nicht alleine ein klares Statement der Comicindustie zu mehr Nähe an die Bedürfnisse und Lebenswelten der Leser, sondern auch eine Metapher für die Probleme junger Menschen überall auf der Welt, die sich zwischen Tradition und Globalisierung ihren eigenen Platz schaffen müssen.
Ein mutiger Schritt und ein kleines aber sehr deutliches Zeichen von denen wir noch viel mehr brauchen!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. April 2014 von in Allgemein, News.
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